Digitale Notfallkarte (ICE-Karte) erstellen — Die Karte, die im Ernstfall für dich spricht
Wenn du nach einem Unfall bewusstlos bist, brauchen Rettungskräfte sofort deine Notfallkontakte, Blutgruppe und Medikamentenliste. So erstellst du Schritt für Schritt eine digitale ICE-Karte.

Digitale Notfallkarte (ICE-Karte) erstellen — Die Karte, die im Ernstfall für dich spricht
Stell dir vor: Du hast einen schweren Verkehrsunfall und bist bewusstlos. Der Rettungsdienst ist vor Ort, aber dein Smartphone ist gesperrt und dein Portemonnaie liegt irgendwo in den Trümmern. Die Sanitäter müssen deine Familie benachrichtigen, wissen aber nicht, wen sie anrufen sollen. Blutgruppe, Medikamente, Allergien — sie haben keinerlei Informationen und müssen trotzdem sofort handeln.
Genau für solche Situationen gibt es die ICE-Karte (In Case of Emergency — Im Notfall).
Was ist eine ICE-Karte?
ICE steht für „In Case of Emergency" — auf Deutsch „im Notfall". Das Konzept stammt ursprünglich aus Großbritannien: Ein Rettungssanitäter schlug vor, dass Menschen in ihrem Handy einen Kontakt unter dem Namen „ICE" speichern, damit Ersthelfer schnell einen Angehörigen erreichen können. Mittlerweile ist die Idee weit über eine einzelne Telefonnummer hinausgewachsen — eine ICE-Karte enthält heute umfassende medizinische Informationen.
Was auf deine ICE-Karte gehört
| Information | Beispiel |
|---|---|
| Notfallkontakt (primär) | Anna Müller (Ehefrau) — 0170 1234567 |
| Notfallkontakt (sekundär) | Thomas Müller (Vater) — 0171 9876543 |
| Blutgruppe | A+ |
| Allergien | Penicillin, Nüsse |
| Aktuelle Medikamente | Ramipril 5mg, Metformin 500mg |
| Vorerkrankungen | Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes |
| Krankenversicherung | AOK — Versichertennummer |
| Hausarzt | Dr. Schmidt, Praxis am Markt — 030 555 1234 |
Physische Karte vs. digitale Karte
| Kriterium | Physische Karte | Digitale Karte |
|---|---|---|
| Erreichbarkeit | Nur wenn das Portemonnaie dabei ist | Per Link von überall abrufbar |
| Verlustrisiko | Geht mit dem Portemonnaie verloren | Link merken reicht |
| Aktualisierung | Neu drucken | Sofort ändern |
| Teilen | Kopie aushändigen | Einen einzigen Link senden |
| Sicherheit | Jeder, der das Portemonnaie öffnet, kann sie lesen | Passwortgeschützt |
Am besten ist es, beides zu haben: eine digitale Karte als Hauptversion und eine kleine physische Karte hinter dem Personalausweis als Backup.
So erstellst du eine digitale ICE-Karte
1. Die Notfallfunktion deines Smartphones nutzen
- iPhone: Öffne die Health-App → Notfallpass → Daten eingeben → „Im Sperrzustand zeigen" aktivieren. Rettungskräfte können über den Sperrbildschirm auf Notfall → Notfallpass zugreifen.
- Android: Einstellungen → Sicherheit & Notfall (der Pfad variiert je nach Hersteller) → Notfallkontakte und medizinische Informationen hinterlegen.
Das ist der erste Schritt — kostenlos und in zwei Minuten erledigt.
2. Eine physische Karte im Portemonnaie mitführen
Drucke eine Karte im Visitenkartenformat mit Blutgruppe, Allergien und Notfalltelefonnummer. Steck sie neben deinen Personalausweis oder deine Versichertenkarte. Manche kleben auch einen kleinen Aufkleber auf die Rückseite ihres Ausweises mit den wichtigsten Daten.
3. Ein passwortgeschütztes Memo erstellen
Für eine ausführlichere Version — mit vollständiger Medikamentenliste, Versichertennummer und Kontaktdaten des Hausarztes — kannst du auf LOCK.PUB ein passwortgeschütztes Memo erstellen. Du erhältst einen kurzen Link, der sich nur mit dem richtigen Passwort öffnen lässt.
Teile den Link per WhatsApp mit deiner Familie und gib das Passwort persönlich oder per Telefonanruf weiter. Der Vorteil gegenüber einer Notiz auf dem Handy: Jeder — ein Reisebegleiter, die Hotelrezeption, ein Krankenhaus im Ausland — kann den Link im Browser öffnen, ohne eine App installieren zu müssen. LOCK.PUB speichert das Memo hinter einem Passwort, sodass deine sensiblen Gesundheitsdaten erst dann sichtbar werden, wenn sie wirklich gebraucht werden.
Praktische Tipps
- Alle 6 Monate aktualisieren: Richte eine wiederkehrende Erinnerung im Kalender ein. Wenn sich Medikamente ändern, die Versicherung wechselt oder ein Kontakt eine neue Nummer hat — sofort anpassen.
- Vor Reisen mit Begleitern teilen: Besonders vor Auslandsreisen solltest du deinen Mitreisenden den Link und das Passwort deiner ICE-Karte geben. Im Notfall können sie vor Ort mit dem medizinischen Personal kommunizieren.
- In die Reiseunterlagen aufnehmen: Speichere den ICE-Karten-Link zusammen mit der Passkopie, Reiseversicherungsdaten und der Reiseroute.
- Wichtige Infos auf dem Sperrbildschirm: Manche setzen als Hintergrundbild „ICE: Anna Müller 0170 1234567", damit die Info auch bei gesperrtem Handy sichtbar ist.
Jetzt machen — es dauert nur 5 Minuten
Eine Notfallkarte kann man nicht erst dann erstellen, wenn man sie braucht. In dem Moment, in dem sie wirklich zählt, kannst du nicht mehr für dich selbst sprechen. Nimm dir heute fünf Minuten und notiere zumindest das Wichtigste: Blutgruppe, Allergien und eine Notfall-Telefonnummer. Diese fünf Minuten können im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden.
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