Datenschutz
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Datenschutzrisiken bei Threads, BeReal und anderen neuen Plattformen 2026

Verstehe die versteckten Datenschutzrisiken neuer Social-Media-Plattformen wie Threads und BeReal. Erfahre, welche Daten sie sammeln und wie du dich schützt.

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Datenschutzrisiken bei Threads, BeReal und anderen neuen Plattformen 2026

Datenschutzrisiken bei Threads, BeReal und anderen neuen Plattformen 2026

Jede neue Social-Media-Plattform startet mit demselben Versprechen: "Wir sind anders. Datenschutz ist uns wichtig." Doch 2026 haben wir diese Geschichte oft genug erlebt, um zu wissen, dass die Begeisterung für neue Funktionen uns oft blind macht für die Daten, die wir dabei preisgeben. Schauen wir uns die realen Datenschutzrisiken der Plattformen an, die du gerade nutzt.

Threads: Metas textbasierte Plattform

Was Threads sammelt

Threads gehört zu Meta und erbt die gleiche Datensammel-Infrastruktur wie Instagram und Facebook:

Datenkategorie Was gesammelt wird
Kontaktdaten Name, E-Mail, Telefonnummer
Finanzdaten Kaufhistorie (In-App)
Standort Präzise GPS-Position
Inhalte Beiträge, Nachrichten, Fotos, Suchverlauf
Identifikatoren Geräte-ID, Nutzer-ID
Nutzungsdaten Produktinteraktion, Werbedaten
Diagnose Absturzdaten, Leistungsdaten
Browsing Web-Verlauf über den In-App-Browser

Wesentliche Datenschutzbedenken

  1. Kontolöschung an Instagram gekoppelt — Lange Zeit bedeutete das Löschen von Threads auch das Löschen von Instagram. Das wurde zwar verbessert, aber die enge Verknüpfung bleibt bedenklich.

  2. App-übergreifender Datenaustausch — Threads-Daten fließen in Metas Werbe-Ökosystem und beeinflussen die Anzeigen, die du auf Facebook und Instagram siehst.

  3. Fediverse-Integration — Threads' ActivityPub-Integration bedeutet, dass deine Beiträge auf Mastodon und anderen föderierten Plattformen angezeigt werden können — möglicherweise von einem Publikum, das du nicht beabsichtigt hast.

  4. In-App-Browser-Tracking — Wie Instagram nutzt Threads einen In-App-Browser, der Tracking-Code in jede Webseite einschleusen kann, die du über die App besuchst.

BeReal: Die "authentische" Foto-App

Die Illusion von Privatsphäre

BeReal vermarktet sich als authentisches, ungefiltertes Social-Media-Erlebnis. Aber "authentisch" bedeutet nicht "privat."

Was BeReal über dich weiß

Risikobereich Details
Standort Präziser Standort in jedem BeReal-Post eingebettet
Zeitmuster Genaue Aktivitätszeiten, die Tagesroutinen offenlegen
Dual-Kamera Front- und Rückkamerafotos zeigen deine Umgebung
Kontaktliste Zugriff auf deine vollständige Kontaktliste zur "Freundesuche"
Verspätetes BeReal Zeigt, wann du NICHT deiner Routine folgst

Konkrete Risiken

  • Standortmuster: Tägliche BeReal-Posts zu ähnlichen Zeiten erstellen eine Karte, wo du dich den Tag über aufhältst — Zuhause, Arbeit, Fitnessstudio, häufig besuchte Orte
  • Dual-Kamera-Exposition: Die Rückkamera zeigt oft mehr als beabsichtigt — deinen Arbeitsplatz, dein Zuhause, andere Personen, die dem Fotografieren nicht zugestimmt haben
  • Zeitstempel als Informationsquelle: Regelmäßige Posting-Muster verraten deinen Tagesablauf jedem, der dir folgt
  • Screenshot-Benachrichtigungen: Zwar informiert BeReal dich über Screenshots, aber Inhalte können trotzdem per Bildschirmaufnahme gespeichert werden

Datenschutzvergleich: Neue vs. etablierte Plattformen

Funktion Threads BeReal Mastodon Bluesky
E2E-Verschlüsselung Nein Nein Je nach Instanz Nein
Standort erforderlich Nein Ja (Standard) Nein Nein
Daten an Werbetreibende Ja (Meta-Ökosystem) Eingeschränkt Nein Nein (derzeit)
Kontolöschung Unabhängig (verbessert) Vollständig möglich Vollständig möglich Vollständig möglich
Open Source Nein Nein Ja Teilweise
Algorithmischer Feed Ja Nein Nein Nutzerwahl

Versteckte Datenschutzrisiken auf allen neuen Plattformen

1. Berechtigungs-Ausweitung

Neue Plattformen starten mit minimalen Berechtigungen und fordern schrittweise mehr an:

  • Kamera → Kamera + Mikrofon → Standort → Kontakte → Gesundheitsdaten
  • Jedes Update bringt "spannende neue Funktionen", die mehr Zugriff erfordern
  • Berechtigungen zu verweigern bedeutet oft Funktionsverlust

2. Lücken bei der Datenportabilität

  • Die meisten neuen Plattformen machen den Datenimport einfach, den Export aber schwer
  • Deine Inhalte, Kontakte und Verlauf werden zu Plattform-Geiseln
  • Kontolöschung bedeutet selten tatsächliche Datenlöschung von den Servern

3. Drittanbieter-App-Ökosystem

  • Neue Plattformen ziehen Drittanbieter-Apps und Integrationen an
  • Jede verbundene App ist ein potenzielles Datenleck
  • "Mit Threads anmelden" verbreitet deine Daten weiter

4. Metadaten-Leaks

Selbst mit "Datenschutzeinstellungen" sammeln Plattformen Metadaten:

Was du zu teilen glaubst Was du tatsächlich teilst
Ein Foto Foto + Standort + Uhrzeit + Geräteinfo + Netzwerkinfo
Ein Text-Post Text + Tippmuster + Geräte-Fingerprint
Ein Profilbesuch Dein Interessenprofil + Surfmuster
Nichts (nur scrollen) Bildschirmzeit + Scrollmuster + Werbeinteraktion

So schützt du deine Privatsphäre auf neuen Plattformen

Vor der Registrierung

  • Datenschutzerklärung lesen (zumindest den Abschnitt zur Datenerfassung)
  • Prüfen, welche Berechtigungen die App verlangt
  • Nach Sicherheitsaudits oder Datenschutzanalysen suchen
  • Überlegen: Brauchst du diese App wirklich?

Kontoeinrichtung

  • Separate E-Mail-Adresse für Social-Media-Konten verwenden
  • Nicht "Mit Google/Apple/Facebook anmelden" nutzen
  • Standortdienste für die App deaktivieren
  • Einen Benutzernamen wählen, der deine echte Identität nicht verrät
  • Profil standardmäßig auf privat setzen

Laufende Maßnahmen

  • Berechtigungen nach jedem App-Update überprüfen
  • Verbundene Drittanbieter-Apps vierteljährlich prüfen
  • Auf den Hintergrund in Fotos achten (Umgebung, Bildschirme, Dokumente)
  • Keine Links in DMs anklicken — in einem separaten Browser öffnen
  • Regelmäßig deine Daten herunterladen, um zu sehen, was gesammelt wird

Wenn du sensible Informationen teilen musst

Social-Media-DMs sind der denkbar schlechteste Weg, um Passwörter, persönliche Details oder sensible Dokumente zu teilen. Diese Plattformen speichern Nachrichten auf ihren Servern, oft unverschlüsselt, und können sie für Werbezwecke auswerten.

Wenn du sensible Informationen an jemanden senden musst, den du über Threads oder BeReal kennst, verwende LOCK.PUB, um einen passwortgeschützten, selbstzerstörenden Link zu erstellen. Die Informationen werden verschlüsselt und niemals auf den Servern einer Social-Media-Plattform gespeichert.

Das Datenschutz-Paradoxon

Wir wechseln zu neuen Plattformen auf der Suche nach mehr Privatsphäre, nur um dieselben Daten an neue Unternehmen zu übergeben. Der Kreislauf wiederholt sich:

  1. Plattform startet mit minimaler Datenerfassung
  2. Nutzer strömen als "datenschutzfreundliche Alternative" dorthin
  3. Plattform wächst, Monetarisierungsdruck steigt
  4. Datenerfassung wird ausgeweitet, um das Geschäft zu finanzieren
  5. Nutzer suchen die nächste "private" Alternative

Diesen Kreislauf zu durchbrechen erfordert bewusste Entscheidungen darüber, was wir teilen, wo wir es teilen, und das Verständnis, dass jede "kostenlose" Plattform ein Geschäftsmodell hat, das auf deinen Daten basiert.

Fazit

Neue Social-Media-Plattformen sind nicht automatisch privater — sie sind nur neuer. Threads sammelt genauso viele Daten wie jedes andere Meta-Produkt. BeReal kennt deine Standortmuster und täglichen Routinen. Es geht nicht darum, diese Plattformen komplett zu meiden, sondern sie bewusst zu nutzen.

Beschränke Berechtigungen, trenne deine Konten, achte darauf, was deine Fotos verraten, und wenn du wirklich sensible Informationen teilen musst, nutze dafür speziell entwickelte, verschlüsselte Tools wie LOCK.PUB statt Plattform-DMs. Datenschutz ist eine Gewohnheit, kein Feature.

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